Schützt eine erfolgreiche Antiretrovirale Therapie vor einer HIV Infektion?

24. März 2016 Schutz durch Therapie

Die Antwort lautet: Ja, ebenso gut wie Kondome!
In einem Artikel der Thüringer Landeszeitung las ich kürzlich (Januar 2016), dass sich ein Thüringer HIV Behandler sage und schreibe 8 Jahre nach dem EKAF Statement, öffentlich dazu äußert, dass kondomloser Sex auch unter lange erfolgreicher ART noch viel zu gefährlich sei. Das sind so Momente, in denen man als Aidshilfemitarbeiter_in vom Glauben abfallen könnte. Ich empfehle dem Erfurter Mediziner mal die Lektüre der Studien HPTN052 von 2011 und die Zwischenergebnisse von 2015 der noch laufenden PARTNER Studie. HIV-Medikamente unterbinden die Vermehrung von HIV im Körper. Sind im Blut dauerhaft keine Viren mehr nachweisbar, ist eine Übertragung so gut wie ausgeschlossen. Schon seit Jahren ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Therapie mindestens so zuverlässig wirkt wie Kondome. Natürlich einen 100% Schutz gibt es nicht. Aber den gibt es in keinem Lebensbereich. Wer auf die Schutzwirkung von Kondomen vertraut, geht ebenfalls ein minimales Restrisiko ein. Wir stehen dazu, Schutz durch Therapie ist Safer Sex! Wer absolut sicheren Sex möchte, muss auf jeglichen realen sexuellen Kontakt verzichten - was das für die Lebensqualität heißt, bleibt jedem selbst überlassen. Unser Standpunkt ist nicht als Ablehnung von Kondomen zu verstehen. Bei wechselnden Partnern helfen Kondome, das Risiko anderer sexuell übertragbarer Infektionen (z.B. Syphilis, Tripper und Chlamydien) zu verringern. Relevant ist die Kondomnutzung, vor allem beim Sex mit Partnerinnen und Partnern, deren HIV-Status man nicht kennt. – Bei nicht behandelten HIV-Positiven kann die Viruslast durch andere Infektionen erheblich steigen, was das Risiko einer Übertragung erheblich steigen lässt.