#wissenverdoppeln : HIV ist unter Therapie nicht übertragbar

29. November 2018 Medienmitteilung des AIDS-Hilfe Weimar und Ostthüringen e.V. zum Welt-Aids-Tag 2018

#wissenverdoppeln

n = n

nicht messbar = nicht übertragbar

Menschen, die mit einer HIV-Infektion leben und Medikamente gegen das Virus einnehmen, können die Infektion nicht weitergeben. Im alltäglichen Zusammenleben ist das Virus ohnehin nicht übertragbar. In unseren Beratungen begegnen uns nicht selten Menschen, die Angst haben, sich durch bloße Berührung anderer Menschen oder Gegenstände mit HIV infizieren zu können. Dies war noch nie möglich.

Schon seit geraumer Zeit wissen wir, dass die wirksame Behandlung der HIV-Infektion nicht nur gut ist für diejenigen, die infiziert sind, sondern auch eine Übertragung des Virus generell verhindert, auch beim Sex. Diese gute Nachricht wollen die Aidshilfen zum diesjährigen Welt-Aids-Tag mit der Kampagne #wissenverdoppeln verbreiten, da wir hoffen, dass durch dieses Wissen, Ängste abgebaut werden und Diskriminierung von Menschen mit HIV verringert werden kann.

Bereits 2008 erklärte die Schweizerische Kommission für Aidsfragen (EKAF), dass HIV unter einer erfolgreichen Therapie auch beim Sex nicht übertragbar ist. Jedoch ist 10 Jahre danach laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) diese wissenschaftlich belegte Tatsache nur 10 % der Bevölkerung bekannt. Das wollen wir ändern.

Und es gibt noch eine gute Nachricht: Laut den aktuellen epidemiologischen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für das Jahr 2017 nimmt die Zahl der Neuinfektionen weiterhin ab, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben. Leider ist jedoch gleichzeitig ein Anstieg der Neuinfektionen bei Heterosexuellen zu verzeichnen. Die sinkende Anzahl der Neuinfektionen lässt sich zumindest teilweise damit erklären, dass es mehr Möglichkeiten gibt, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Neben der Nutzung von Kondomen bietet die Nichtübertragbarkeit von HIV bei erfolgreich therapierten Menschen mit HIV einen Schutz durch Therapie. Hinzu kommt die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei der mit Hilfe der regel- oder bedarfsmäßigen Einnahme eines Medikaments die Infektionswahrscheinlichkeit minimiert wird. Die durch die Politik angestrebte Finanzierung der Kosten für die PrEP über die Krankenkassen sollte schnellstmöglich umgesetzt werden, damit diese gesundheitserhaltende Maßnahme nicht nur denen möglich ist, die sie sich leisten können.

Nicht ruhen lässt uns, dass noch immer zu viele Menschen nicht wissen, dass sie HIV-infiziert sind.  2017 waren in Deutschland 11 700 Menschen mit HIV nicht diagnostiziert, in Thüringen 190. Das sind zwar weniger, als im Vorjahr. Doch müssen wir hier weiter anknüpfen, denn bei diesen Menschen kann die Infektion ungehemmt fortschreiten. Heute muss jedoch niemand mehr an Aids erkranken, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt und eine Behandlung eingeleitet wird. Eine frühe Diagnose und Behandlung verhindert auch neue Infektionen, da Menschen mit HIV, wenn sie wirksam behandelt werden, nicht mehr infektiös sind. Bei der AIDS-Hilfe Weimar und Ostthüringen können sich Menschen kostenlos und anonym auf HIV und Syphilis testen lassen. Um HIV-Infektionen möglichst früh zu diagnostizieren müssen Testangebote ausgebaut und mehr niedrigschwellige Testangebote geschaffen werden. Die Aidshilfen benötigen dazu auch die Unterstützung der Politik. Seit diesem Jahr können auch HIV-Selbsttests in Deutschland erworben werden.

Manche Menschen lassen sich nicht testen, aus Angst vor Ablehnung und Ausgrenzung. Nicht nur deswegen arbeiten wir für ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne HIV sowie gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-positiven Menschen.

Am Welt-AIDS-Tag, dem 1. Dezember, laden wir um 17.00 Uhr in die Weimarer Frauentorstraße ein, zu einer Gedenkveranstaltung für Menschen, die an den Folgen von HIV/Aids gestorben sind. Unter anderem wird Ministerin Heike Werner, die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, reden.

Edgar Kitter

Projektleiter des AIDS-Hilfe Weimar und Ostthüringen e.V.

 

Website:  #wissenverdoppeln :  https://wissen-verdoppeln.hiv/

http://www.weimar.aidshilfe.de

https://www.facebook.com/AidsHilfeWeimarOstthuringen

https://kein-aids-fuer-alle.de

Kampagnenvideo: https://youtu.be/19XL6OhqXSQ

Download Pressefotos, Anzeigenmotive und Videos:

https://www.aidshilfe.de/material-wissenverdoppeln

BZgA-Umfrage: 90 % wissen nicht um die Schutzwirkung der HIV-Therapie: https://www.aidshilfe.de/meldung/bzga-umfrage-90-wissen-um-schutzwirkung-hiv-therapie

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